Bauernmalerei | |
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Bei der Appenzeller Bauernmalerei handelt es sich nicht um eine Kunst, die in erster Linie Bauern schufen, sondern Bauernmalerei ist Kunst für die Bauern. Die Appenzeller Bauernmalerei ist in den beiden Halbkantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden und im Toggenburg (St. Gallen) beheimatet. Älteste Spuren lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Aus der Zeit von 1804 bis 1850 sind im Appenzellerland etwa fünfzig Fahreimer-Bödeli überliefert. Gleichzeitig entstanden die ersten Sennenstreifen. Der 1765 in Gonten geborene Conrad Starck gilt als der Begründer der Appenzeller Bauernmalerei. Auf einem Starck-Schrank von 1809 ist die älteste bekannte Darstellung des Alpaufzugs zu sehen. In der Senntumsmalerei setzte sich dieses Motiv erst Jahrzehnte später als eigentliches Hauptthema durch. Frühe Formen der Bauernmalerei: Vereinzelt wurden Räume, später vor allem Truhen, Kästen, Betten und andere Möbelstücke mit ornamentalen Mustern aus der Pflanzen- und Tierwelt ausgeschmückt. Nach 1750 verwendeten die Maler figürliche Motive, die auf allegorische Szenen, das Hof- und Jagdleben und biblische Erzählungen des Alten Testaments zurückzuführen sind. Ende des 18. Jahrhunderts traten vermehrt Bauernmaler auf. Der aus einer berühmten Oberegger Malerfamilie stammende Carl Anton Eugster (1713 bis ca. 1785) dürfte das heute in der Sammlung des Museums Appenzell sich befindende Himmelbett gemalt haben. Der damals sechzehnjährige Franz Xaver Sutter, von dem das 1785 geschaffene Altarbild des Wildkirchlis stammt, hat bei der künstlerischen Gestaltung des Himmelbetts als Gehilfe mitgewirkt. In den religiösen Szenen ist der Einfluss der Kirchenmalerei ersichtlich, gleichzeitig deuten die Pflanzen-Ornamente und die in gräulichem Ton gehaltenen Landschaften auf einen barockähnlichen Stil hin, der sich in der Bemalung von Möbeln und Zimmern durchsetzte. Sennenstreifen sind lange, schmale, auf Papier oder Holz gemalte Darstellungen von Alpfahrten. Der älteste bekannte Sennenstreifen ist auf dem 1809 hergestellten Kasten von Conrad Starck angebracht. Die meisten aquarellierten Papierbänder sind von Bartholomäus Lämmler überliefert. Fahreimer-Bödeli treten seit dem Jahre 1804 in immer grösserer Anzahl auf. Sie wurden geschaffen, um in die Böden der Melkeimer, welche die Sennen bei der Alpfahrt mit sich trugen, eingesetzt zu werden. Damit konnte die Alpfahrt noch festlicher gestaltet werden. |
![]() Bauernmaler, Fensterladen, Fahreimerbödeli |